Heiraten in New York – Teil 2

Mit Teil 2 hat es etwas länger gedauert – nicht, weil mir die Worte gefehlt haben, sondern weil ich zeitlich einfach nicht dazu kam…

Ihr wisst nun schon seit einiger Zeit, wie man eine Hochzeit in New York organisiert oder wen ihr beauftragen könnt, diese zu organisieren. Heute möchte ich euch erzählen, wie unser Hochzeitstag denn nun ablief und was wir im Nachhinein vielleicht anders gemacht hätten.

Aber fangen wir von vorne an….

Mit den ersten Sonnenstrahlen aufgewacht

Wir sind an unserem Hochzeitstag schon vor unseren Weckern aufgewacht. Nervös? Nein, eigentlich nicht. Für die ganze Woche war ab und an Regen angesagt – nur an unserem Hochzeitstag sollte die Sonne scheinen und das bei 30 Grad! Und so war es dann auch wirklich – und die Sonne hat uns wach geküsst. Ein herrlicher Start in diesen besonderen Tag.

Nachdem wir uns fertig gemacht haben, holten wir uns erstmal Frühstück (mit einem leeren Magen lässt es sich nicht gut heiraten – hab ich gehört). Wo wir unser günstiges und leckeres Frühstück geholt haben, erzähle ich ganz bald, wenn ich euch meine Lieblingsspots in New York zeige!

Getting ready like Beyoncé?

Nach dem Frühstück kam dann auch schon Jessica. Jessica war meine Stylistin und was soll ich sagen -genau so stell ich mir eine Stylistin aus New York vor. Sie war total hipp – Piercings, Tattoos, cooles Haar, tolle Ausstrahlung – was für eine Frau. Sie war total lieb, hat mich super beraten und legte schon los mit ihrem Zauber. Zwischendurch – die Amerikaner sind, finde ich, Weltmeister des Smalltalks, haben wir über die Präsidentschaftswahl („Donald Trump? Der wird nie im Leben Präsident“), ihre und meine Kindheit und ihre Karriere gesprochen. Als sie mir erzählte, dass ihr Mann das Bühnenbild von Beyoncé entworfen und gebaut hat und beide mit ihr auf Tour waren (und ja, Jessica als Stylistin!!) war es um mich geschehen – wie konnte mir Erol (wer ist Erol? Das erfährst du hier!) so jemanden vermitteln!? Jessica war auch schon nach einer knappen Stunde fertig – und ich war noch nie so verliebt in mich selbst, wie an jenem Morgen.

Beim Anziehen brauchte ich Jessicas Hilfe dann nicht mehr. Herr P. und ich haben die Nacht vor der Hochzeit zusammen verbracht und uns auch an dem Morgen gesehen – wir glauben nicht daran, dass das Unglück bringt. Und selbst wenn – organisatorisch wäre es auch einfach nicht möglich gewesen. Und so durfte Herr P. mir mein Kleid zu machen und ich ihm die Krawatte zurecht rücken.

Einfach lächeln und winken…

Das obligatorische Selfie durfte nicht fehlen, die letzten Worte an die Familie gesendet und los gings – zu Fuß zum Rockefeller Center. 5 Blocks bei knappen 30 Grad, in Anzug und Kleid – viele Blicke (und Schweißperlen) also garantiert! Auch viele Sprüche und Kommentare garantiert – aber zum Glück nur nette Worte! Wow – was für ein Feedback… Dabei waren wir ja noch gar nicht verheiratet. Vor dem Rockefeller Center trafen wir auf die zweite Person, die uns sofort verzaubert hat – Kristina! Kristina war unsere Hochzeitsfotografin und war einfach perfekt! Sie war unglaublich nett und professionell – und hat uns die inzwischen vorhandene Nervosität ganz schnell vergessen lassen. Das sie jahrelange Erfahrung hat, merkte man schnell. Sie wusste sofort, wie und wo wir posieren sollten. Nach der Aufwärmphase trafen wir auch schon auf die die drittwichtigste Person (nach Herrn P. und mir): David, unseren Friedensrichter. Auch den hat Erol passend ausgesucht. David hat nämlich einige Semester in Nürnberg studiert und konnte etwas Deutsch (das nahm vor allem Herrn P. die letzte Nervosität). Erol stieß pünktlich dazu und wir waren nur noch wenige Minuten davon entfernt, über den Dächern New Yorks getraut zu werden.

Top of the Rock

Wer schon mal in New York war, hat sich sicherlich auch die Aussicht von der Aussichtsplattform des Rockefeller Centers (Top of the Rock) nicht nehmen lassen. Dieser Ausblick ist für mich einfach der schönste Ausblick und die beste Sicht auf die Stadt – deswegen haben wir uns für diesen Ort entschieden. Was aber auch dazu gehört – lange Warteschlagen , vor allem in der Hauptreisezeit. Daher unser Tipp: kauft euch die Tickets vorher! Im Rockefeller Komplex gibt es im Erdgeschoss die Möglichkeit, die Tickets für einen bestimmten Tag und für eine bestimmte Uhrzeit zu kaufen. Wir haben unsere Tickets am Tag vor der Hochzeit dort für 11:30 Uhr gekauft, damit wir die Fast Track Warteschlange nehmen können… Aber auch diese Warteschlange war an diesem Tag unfassbar lang! Wir hätten ziemlich lange anstehen müssen, um überhaupt zu den Aufzügen zu gelangen… Da aber Kristina und Erol mit halb New York per Du sind, hatten wir die Möglichkeit, einen privaten Aufzug, der eigentlich nur für das Personal ist, zu benutzen… VIP Feeling inklusive!

Als wir oben auf der Aussichtsplattform ankamen, waren wir überwältigt. Nicht nur, dass wir hier gleich heiraten sollten – diese Aussicht ist auch ohne anstehende Hochzeit immer atemraubend.

PeterLara-HiRes-109.jpg

Until Death Do Us Part

Und dann ging alles ganz schnell, wie in Trance. David hat uns gezeigt, wo er uns trauen möchte – auf der Südseite, mit Blick auf das Empire State Building! Okay – es gibt definitiv Hochzeitsorte mit schlechterer Aussicht! Wir stellten uns hin, David uns gegenüber… Und er startete seine wunderschöne Rede! Herrn P. und mir sind, zusätzlich zu den Schweißperlen (vielen Dank hier nochmal an die  Mittagssonne New Yorks) auch Tränen in die Augen geschossen. Wir kannten große Teile seiner Rede ja – Erol hatte sie uns vorab per Mail geschickt, damit wir nicht vollkommen aufgeschmissen da stehen und wenigstens wussten, wann unsere Einsätze sind.

Obwohl die Plattformen eigentlich total überfüllt waren, haben uns die Touristen Platz gelassen. David hat nur zu uns gesprochen – nur wir konnten seine Worte hören und auch die hunderten Menschen rundherum konnten wir ausblenden. Die Zeromonie an sich hat ca. eine Viertelstunde gedauert (inkl. unserer Gelübde) und mit unserem ersten Kuss als Ehepaar (um 12:15:14) waren wir also Mr. und Mrs.! Da haben wir auch erst wieder realisiert, dass wir nicht alleine sind – es haben nämlich alle Anwesenden für uns applaudiert. Was für eine Stimmung und was für Gefühle! Der Papierkram blieb auch  in New York nicht aus. Die wohl wichtigsten Unterschriften unserer Leben gingen schnell, sodass die Stimmung nicht an Zauber verlor. Und David wurde – nach einigen Fotos – auch verabschiedet. Für uns ging der Fotomarathon jedoch erst richtig los…

Fototour durch New York – ein Traum wird wahr!

Nachdem wir uns auf dem Rockefeller Center schon aufgewärmt haben (nicht nur im Küssen und Lächeln, sondern auch darin andere Menschen zu bitten aus unseren Fotos raus zu gehen – oh je, dass war uns so so unangenehm… aber alle sind gerne zwei Schritte zur Seite gegangen und haben uns alles Gute gewünscht…) , ging es für uns zu den nächsten Fotostopps. Wir haben Kristina im Vorfeld gesagt, welche Motive wir uns wünschen. Die Fotos auf dem Rockefeller Center waren ja unabdingbar… Aber für uns war das Rockefeller Center der schönste Fotostopp!

2. Stopp: Times Square

Nächster Stopp für uns war der Times Square. Auch wenn New York so viel mehr zu bieten hat als den Times Square steht er doch, gerade für Touristen, als Wahrzeichen für die Stadt, die niemals schläft. Fotos hier durften daher nicht fehlen. Unser Wagen inkl. Fahrer sollte auch dort auf uns warten – wir sind die paar Blocks mit Kristina zu Fuß zum Times Square gegangen und hatten so die Möglichkeit, die weiteren Stopps mit ihr zu besprechen.

Am Times Square angekommen hatte man das Gefühl, die Touristen dort sind es gewohnt ein Paar in Abendgarderobe um ein Uhr Mittags für ein Fotoshooting zu sehen. Die Euphorie, die die Touristen bei Top of the Rock noch hatten, war hier verflogen – wir sind den Menschenmassen hier gar nicht weiter aufgefallen. Einige Touristen haben uns zwar angesprochen, fotografiert und uns alles Gute gewünscht, einige jedoch taten so, als wäre das das normalste der Welt… Das ist es wahrscheinlich auch… New York halt…

Next Stop: Central Park

Wir wurden in der Nähe des Time Squares von unserem Fahrer abgeholt und haben uns aufgemacht Richtung Central Park (Also wenn nach Beyoncé-Stylistin, Privataufzug und privatem Chauffeur kein Starfeeling aufkommt, wann dann?). Kristina ist gebürtige New Yorkerin und wusste natürlich, an welchen Stellen wir Fotos machen sollten, ohne weit in den Park hinein zu laufen (und so kostbare Zeit zu verlieren). Unser Fahrer hatte uns also vor dem Central Park rausgelassen (Höhe des Plaza Hotels… Och, beim nächsten Besuch vielleicht hier übernachten Herr P.?) und drehte seine Runden – Parkplätze Fehlanzeige!

Kristina ist mit uns in den Central Park gegangen und wusste gannz genau, wo wir posieren sollten. So entstanden Fotos, die wirklich einmalig sind. Im Hintergrund einige Wolkenkratzer mitten in einer wunderschönen Grünanlage… Aber auch Bilder die aussehen, als seien sie in einem Schloßgarten fotografiert worden. Einfach traumhaft! Diese Kulisse sollte jeder New York Tourist einmal gesehen haben.

Last Stop: Brooklyn

Nach unserem Stopp im Central Park fuhren wir schon zum letzten Spot. Wir wollten eigentlich Bilder auf der Brooklyn Bridge mit der Skyline Manhattans im Hintergrund – aber Kristina sagte uns, dass das sehr viel mehr Zeit schlucken würde und wir so nur wenige Fotos machen könnten – sie habe eine bessere Idee! Kristina, ihres Zeichens gebürtige New Yorkerin aus Brooklyn, dirigierte den Fahrer nach Brooklyn – aber nicht zur Brücke sondern zum Pier! Von dort aus hat man einen atemraubenden Blick auf Manhattan UND auf die Brooklyn Bridge. Herr P. und ich waren zu diesem Zeitpunkt so so fertig! Es soll nochmal jemand sagen, modeln wäre nicht anstrengend! Dieses knapp dreistündige Fotoshooting quer durch New York hat ganz schön an unseren Kräften und Nerven gezehrt… Die Ergebnisse meines zweitliebsten Fotohaltes? Bitteschön…

Nach der Fototour verabschiedete sich Kristina von uns und unser Fahrer fuhr uns zu unserem Wunschort – zurück ins Hotel!

Dort haben wir uns umgezogen (aber diese tolle Frisur und das noch tollere Make Up trug ich weiter!), kurz die Füße hochgelegt und gegen 18 Uhr haben wir im Rockefeller Center Abend gegessen – nichts Spektakuläres, aber mit diesem Gebäude (-komplex) verbinden wir so viel mehr als nur unseren Trauort! Daher mussten wir dort auch unser Hochzeitsdiner zu uns nehmen.

Anschließend – wir hatten noch nicht genug von wundervollen Ausblicken an diesem Tag – genossen wir abends noch den Blick vom Empire State Building auf die Stadt, die niemals schläft!

Die Fotos von Kristina hab es übrigens einige Wochen später. Per Post gab es einen USB Stick mit allen Fotos und per Dropbox konnten wir uns die Fotos vorab schon downloaden.

Alles in allem würden wir – wenn wir erneut im Ausland heiraten würden – wieder einen Weddingplaner beauftragen, der vor Ort alles planen und organisieren kann. Auch empfehlen wir, nicht beim Styling, Fotografen und weiteren Leistungen zu sparen – immerhin heiratet man (meist) nur einmal im Leben und sollte an diesem einen besonderen Tag alles genau so planen und organisieren, wie man sich das wünscht! Wir haben ganz lange überlegt, ob wir einen privaten Fahrer wirklich brauchen. Letztendlich war es die beste Entscheidung! Bei 30 Grad in die U-Bahn? Im beliebtesten Reisemonat ein Taxi in New York bekommen? Außerdem konnten ich meine Tasche im (klimatisierten!!) SUV zurück lassen und auf längeren Fahrten (z.B. Central Park – Brooklyn) meine Schuhe mal kurz ausziehen. Klar, man sollte und kann das Geld ja oft nicht aus dem Fenster werfen, aber wägt gut ab und gönnt euch auch mal was!

Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr mir gerne einen Kommentar da lassen oder eine E-Mail schreiben, ich freue mich über Feedback! ♥

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